LaPaDu – Ein zahnloses Krokodil, drei kalte Öfen und jede Menge alter Stahl

Panorama Wie verbringt man das Karnevals-Wochenende am Sinnvollsten?

Richtig, mit einem längst überfälligen Besuch im Landschaftspark Duisburg, auch LaPaDu genannt. So also gestern geschehen, als ich endlich eines der eindrucksvollsten – mittlerweile stillgelegten – Hüttenwerke im Ruhrgebiet besichtigen konnte.

Dort, wo noch bis ins Jahr 1985 Roheisen und Stahl zum Kochen gebracht wurde, schmücken heute zahlreiche Industriebrachen die Landschaft. Von den ehemals fünf Hochöfen stehen gegenwärtig nur noch drei, da Nummer 3 und 4 schon Anfang der 70er-Jahre der Abrissbirne zum Opfer gefallen sind. Den verblieben Hochöfen ist dieses Schicksal zum Glück erspart geblieben, und quasi als Sahnehäubchen obendrauf, hat man für uns schwindelfreie Zeitgenossen Hochofen Nummer 5 bis zur Spitze begehbar gemacht. Ein Abenteuer, welches ich mir nur schwerlich entgehen lassen konnte.

Einmal dort oben angekommen – hoch über dem ehemaligen Hüttengelände – konnte ich mir einen schönen Überblick über den damaligen Fertigungsprozess verschaffen und die gesamte Anlage in ihrer Weitläufigkeit auf mich wirken lassen.

Glücklicherweise hatte ich meinen ganz persönlichen „Führer“ dabei, der mir alles in Ruhe erklärt hat. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön! 🙂

Als besonders bemerkenswert empfand ich die ehemalige Verladebrücke, welcher der Volksmund mittlerweile den Spitznamen „Krokodil“ verpasst hat. Diese Bezeichnung kommt auch nicht von ungefähr, wird dieser alte Kran doch nach Einbruch der Dunkelheit komplett in grünes Licht getaucht. Im Jahr 1925 – mit einer für die damaligen Verhältnisse imposanten Spannweite von 44 Metern – errichtet, diente er in den folgenden sechzig Jahren für stets ausreichende Rohstoffe an den fünf Hochöfen. Mit Hilfe dieses Portalkrans wurden die fünf Öfen mit Koks, Roheisen, Stahlveredlern und Co. versorgt. Rund um die Uhr; 365 Tage im Jahr – denn ausgehen durfte das Feuer in den Öfen nie, da dies einen kapitalen Schaden und eine extrem lange Zeit des Stillstands bedeutet hätte. Passiert ist dies in den 60 Jahren seines Einsatzes aber nie. Gut gemacht, altes Krokodil.

Stichwort „Lichtinstallationen im LaPaDu“: Leider hatte ich an diesem Tag kein Stativ dabei, aber da dies garantiert nicht mein letzter Besuch im LaPaDu gewesen ist, werde ich beim nächsten Mal besser ausgerüstet sein und dann gibt es auch schöne, bunte Nachtaufnahmen aus dem Landschaftspark Duisburg zu sehen. 😉

Aber auch ohne Stativ habe ich das eine oder andere Foto von diesem Ausflug mitgenommen, welche ich Euch hier nicht vorenthalten möchte.

Panorama “ von links nach rechts: Hochofen I und II, „Krokodil“ und Hochofen V“

Stahlwerk sw„Hochofen I und II“

Ventilatoren„Gebläsehalle“

Baggerschaufel„Baggerschaufel“Herz„Dieses Herz schlägt nicht mehr.“

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